Sexing Up Europe

Was auf den ersten Blick tönt wie ein Trailer für einen Erotikfilm, ist in Wahrheit ein Werbevideo, mit dem die EU für die europäische Filmindustrie die Werbetrommel rührt.

Der aufmerksame Betrachter erkennt sofort, dass es sich bei den Liebesszenen um bekannte Ausschnitte von Kinofilmen wie «Le fabuleux destin d'Amélie Poulain» von Jean-Pierre Jeunet oder «La mala education» von Pedro Almodóvar handelt.

Man kann sich vorstellen, dass das Video dem einen oder anderen EU-Abgeordneten sauer aufgestossen ist. Dennoch  finde ich, dass das zuständige Kommissariat für Kultur und Medien die richtige Wahl getroffen hat. Schliesslich will  man sich den Bürgerinnen und Bürgern Europas als lebendiges und unbürokratisches System, und nicht als angestaubter Club alternder Politiker präsentieren. Vor diesem Hintergrund und unabhängig von der divergierenden Selbst- und Aussenwahrnehmung muss man zumindest zugeben, dass man diesen Schritt der EU nicht zugetraut hätte.

Das Video mit dem Titel «Liebe» ist übrigens Teil einer vierteiligen Serie, in der auch die Themen «Freude», «Freundschaft» und «Trauer» behandelt werden sollen. Bin gespannt, wie die nächsten Beiträge ausfallen werden.

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Michael Beglinger

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