Kritik an Joost TV

Vor etwas über einem Monat wurde das Projekt Joost TV der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Neugierde der Online-Community ist gross: Laut der Frankfurter Rundschau haben sich bereits eine halbe Millionen Nutzer angemeldet, und das obwohl das Projekt erst im Probebetrieb läuft.

Mit keinem geringeren Anspruch als das Beste des Fernsehens mit dem Besten des Internets zu kombinieren, sind die Macher des neuen Internetprojekts angetreten. Ob sie damit Recht liegen, wird sich zeigen. Im Moment zumindest bleibt Joost hinter seinen Versprechungen zurück. Auf der einen Seite hat sich das Unternehmen virtuelle Grenzen aufzwingen lassen, das heisst gewisse Inhalte können nur in ausgesuchten Ländern empfangen werden. Der Grund für diese für das Internet untypische Einschränkung liegt ganz einfach darin, dass sich die traditionellen TV-Sender mit der Plattform nicht selbst Konkurrenz machen möchten.

Auf der anderen Seite handelt es sich bei Joost um eine Desktop-Anwendung. Somit sind die Nutzer von Joost zuerst einmal mit einer Software-Installation konfrotiert, die an gewisse Systemanforderungen gebunden ist. Zudem sind typische Funktionen des Internets wie Links oder Widgets nicht oder nur beschränkt möglich, was in Zeiten von SaaS eher kontraproduktiv ist und  für die breite Masse nicht funktionieren wird.

Das Projekt macht auf jeden Fall neugierig und sorgt im Moment für viel Gesprächsstoff. Und eines ist ziemlich sicher: Für die Gründer Janus Friis und Niklas Zennstrom wird sich das Projekt einmal mehr bezahlt machen. Denn erste Kandidaten (u.a. Amazon, Ebay, Viacom oder Yahoo!) werden für den Erwerb von Joost bereits gehandelt. 

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Michael Beglinger

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